Tierethik

Einführung

ÜBER DIE GRENZEN HINWEG….

Der Tierschutzverein Düsseldorf e.V. hat im Rahmen des Jugendtierschutzprojektes eine Zusammenarbeit begonnen mit der „Stiftung für Ethik im Unterricht DAS TIER UND WIR“ Bern/Schweiz.  

Diese bemerkenswerte Stiftung ist seit Jahren erfolgreich mit Lehre und Informationen über Tiere und ihre Lebensbedingungen in Schweizer Schulen. Dort sorgen ausgebildete Tierschutzlehrer für den fachlichen Hintergrund und bilden damit ein Fundament für modernen und effektiven Tierschutz im Bereich Kinder und Jugendliche.

Dieser Idee werden wir folgen. Die Inhalte der Broschüre „ Stiftung für Ethik im Unterricht“ dürfen wir mit freundlicher Genehmigung der Stiftung nutzen. Sie können als Themen zu den einzelnen Tierarten heruntergeladen werden und dienen im Unterricht als Arbeitsgrundlage.

Ab dem 17.05.2016 finden Sie wöchentlich, an jedem Dienstag, ein Tierthema, welches wir auf unsere deutschen Verhältnisse, was Zahlen und Gesetze betrifft, angepasst haben.


Vorwort

In dieser Schrift dreht sich alles um die Würde von Mensch und Tier, um die Ausnutzung unserer Mitgeschöpfe und um ethisches Verhalten. Da das Thema Tierschutz sowohl im Familienkreis wie auch in den Schulen meist zu kurz kommt, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die wichtigsten Informationen zusammenzutragen und aufzulisten, so dass das tragische Schicksal der einzelnen Tierarten durch menschliche Ausbeutung klar ersichtlich wird. Dabei haben wir nichts verschwiegen und nichts beschönigt. Seit 1992 ist zwar die «Würde der Kreatur» in der schweizerischen Bundesverfassung verankert und seit 2003 ist das Tier vor dem Gesetz keine Sache mehr (Anmerkung TSV: in Deutschland seit 2002), doch leider hat dies sehr oft wenige Auswirkungen auf die Realität. Das schweizerische Tierschutzgesetz (Anmerkung TSV: ebenso wie das deutsche) gilt zwar im internationalen Vergleich als vorbildlich; so wie es jedoch ausgelegt und angewendet wird, scheint es oft nicht die Tiere zu schützen, sondern viel mehr die Tierhalter.

Gewaltlosigkeit ist ein weiteres Thema dieser Schrift. Denn nur durch verantwortungsvolles ethisches Verhalten allen unseren Mitgeschöpfen gegenüber können wir ihrem Leiden ein Ende setzen. Was ist Ethik und was heißt ethisches Verhalten? Der Volksmund weiss es: Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch keinem andern zu! So einfach und einleuchtend dies tönt, so stellt sich doch die Frage, wieso wir alle – trotz dieser Volksweisheit – in eine Welt hineingeboren wurden, in der Tiere missbraucht, gequält, gejagt, lebendigen Leibes gehäutet oder am Laufband niedergemetzelt werden. Wieso konsumieren wir diese tierischen Qualprodukte so gedankenlos? Wohl, weil wir nie aufgeklärt wurden und wir von klein auf gelernt haben zu verdrängen, dass zum Beispiel Fleisch nicht auf Bäumen wächst, sondern ein Lebewesen war wie du und ich, mit Kopf, Herz und Gefühlen. Da oft schon unsere Babynahrung Fleisch enthielt, sind wir geprägt von Essgewohnheiten, die wir dringend hinterfragen sollten. Aktuelle wissenschaftliche Studien belegen, dass der Konsum von tierischen Produkten Gesundheitsrisiken birgt und deren Herstellung zu einem großen Teil am Klimawandel mitverantwortlich ist.

Von Menschen verursachtes Tierleid gab es leider schon immer. Noch nie aber hat das Massentierleiden in Tierfabriken, Versuchslabors, auf Pelztierfarmen, Tiertransporten oder in Schlachthöfen solche Ausmaße angenommen wie heute. Und der Großteil der Bevölkerung, vor allem Kinder, hat keine Ahnung davon, denn diese Folterstätten werden entweder hinter hohen Mauern oder in abgelegenen Aussenquartieren versteckt, wo selbst die allgegenwärtigen Medien keinen Zugang haben. Die säuberlich abgepackten Fisch- und Fleischspezialitäten in Supermärkten, die verlockenden Modeartikel und exotischen Extravaganzen in Boutiquen verraten auch nichts über die lange Leidensgeschichte der Tiere, die zur Herstellung dieser Luxusartikel missbraucht werden. Wir lassen uns durch psychologisch ausgeklügelte Tricks und verführerische Werbung der Nahrungsmittel- und Modeindustriedazu verleiten, immer mehr Qualprodukte zu konsumieren, ohne ihren «Werdegang » zu hinterfragen.

Dabei gibt es doch genug Alternativen, die wir mit gutem Gewissen genießen können!

Mit dieser Informationsschrift, die du nicht nur mit dem Kopf, sondern vor allem mit deinem Herzen lesen solltest, möchten wir dir nicht etwa Schuldgefühle aufbürden, sondern dir aufzeigen, wie jeder von uns seinen Beitrag zur Linderung des Tierleidens leisten kann. Behalte es nur so lange, bis du den Inhalt verinnerlicht hast. Danach kannst du es weitergeben, damit möglichst viele Menschen informiert werden. Danke!

Falls du daran zweifelst, dass die folgenden Fakten wirklich so schlimm sind für die Tiere, dann versetze dich jeweils in ihre Lage und stell dir vor, das alles würde

DIR angetan!

Erica Kalika Blöchlinger

Stiftungsgründerin


Wale und Delfine

Wusstest du, dass …

… es (noch!) 86 verschiedene Arten von Walen gibt und Delfine auch zu dieser Familie gehören?

… Wale und Delfine überaus soziale, empfindsame und intelligente Lebewesen sind?

… sie Säugetiere sind, obwohl sie im Wasser leben, d.h. ihre Kinder von den Müttern gesäugt und behütet werden?

… die Mutter beim Gebären von ihrer Familie unterstützt und beschützt wird und eine Hebamme das Kind an die Wasseroberfläche begleitet, damit es seinen ersten Atemzug tun kann?

… sie mindestens alle 2 Stunden auftauchen müssen, um Luft zu atmen?

… der Blauwal mit einer Körperlänge von bis zu 30 Meter und einem Gewicht von bis zu 130 Tonnen (= 100 Autos oder 30 Elefanten!) das größte Säugetier der Welt ist?

… Wale und Delfine sich über Schallwellen miteinander verständigen?

Pair of orca whales in the ocean waters

… Wale mit ihren Gesängen über Distanzen bis zu 1000 km miteinander kommunizieren?

… sämtliche Meeresbewohner auf gute Wasserqualität angewiesen sind wie wir auf eine gute Luftqualität.

… die Todesursachen von in Gefangenschaft gehaltenen Meeressäugern meistens schlechte Wasserqualität, stressbedingte Magengeschwüre, medizinische Eingriffe oder verschluckte Plastikgegenstände sind?

Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeit gewöhnen.

George Bernard Shaw (1856–1950), Schriftsteller

Und trotzdem …

… werden durch die Staaten Norwegen, Dänemark, Island und Japan jährlich mehrere Tausend Wale gejagt und getötet.

… kippen wir Menschen Giftmüll ins Meer, sodass seine Bewohner direkt daran zugrunde gehen oder sich nicht mehr fortpflanzen können.

… benutzt die Fischereiindustrie riesige Schleppnetze, in denen sich die Säugetiere des Meeres verfangen und ertrinken, weil sie nicht auftauchen können zum Atmen.

… produzieren die Menschen mit Schiffen, Waffentests, Fischerei usw. so viele Schallwellen im Meer, dass die Wale irritiert werden. Dadurch können sie sich verirren, stranden und sterben (über 300000 Tiere jährlich).

… werden sie in Schwimmbecken eingesperrt, die nie groß genug sind und meist keine Rückzugsmöglichkeiten bieten.

a cute dolphins during a speech at the dolphinarium

Wie du den Meeressäugetieren helfen kannst:

– Unterstütze keine Delfinarien mit deinem Besuch! Wo die Besucher fern bleiben, verschwindet bald auch das Angebot, und das Leiden der sensiblen Tiere hat ein Ende.

– Überlege dir gut, ob du durch Fischgenuss am Leerfischen der Meere mitschuldig sein möchtest.

Ethisches Verhalten:

Bewusste Rohheit des Menschen – kein einziges Tier ist dazu fähig!

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Pelztiere

Wusstest du, dass …

… frei lebende Nerze 80% ihrer Zeit im und am Wasser verbringen, wo der üppige Pflanzenwuchs ihnen genügend

   Verstecke bietet?

… sie Einzelgänger sind, die ihr bis zu 4 km2 grosses Revier energisch verteidigen?

… sie sehr bewegungsfreudige kleine Raubtiere sind, die über einen ausgezeichneten Geruchssinn verfügen?

… sie überaus fürsorglich ihre Kinder betreuen und verteidigen?

… Füchse gesellige und sehr schlaue Tiere sind, die in Freiheit täglich große Distanzen zurücklegen und sich neuerdings sehr geschickt und für Menschenaugen praktisch unsichtbar in unseren Städten einquartiert haben?

… sie sehr verspielt sind und ein ausgeprägtes Sozialleben führen?

… sie, wie alle anderen Tiere, empfindsame, leidensfähige Geschöpfe sind?

… Füchse, Nerze und andere Pelztiere trotz jahrzehntelanger Pelzindustrie-Zucht noch immer Wildtiere sind und so auch extrem unter den Qualen der Gefangenschaft leiden?

… Pelztierfarmen durch die anfallenden Fäkalien und die verwendeten Chemikalien und Medikamente eine ernsthafte Bedrohung der Natur und des Grundwassers darstellen?

… ein Pelzmantel (ebenso wie Lederkleidung) während der Produktion mit bis zu 200 chemischen Mitteln behandelt wird und daher alles andere als natürlich und ökologisch ist?

…die Kinder der Robben in den zwei Lebenswochen, während denen ihr Pelz noch weiss (gute Tarnung) und weich ist und sie noch nicht im Wasser leben, völlig wehrlos auf dem Eis auf ihre Mütter warten, um gestillt zu werden?

Alle Wesen sehnen sich nach Glücklichsein, darum umfange mit deiner Liebe alle Wesen!

Buddha

Und trotzdem …

… werden Nerze und andere kleine Pelztiere zu zweit oder zu dritt in winzige, kahle Drahtkäfige (0,3 m2 Grundfläche) gesperrt!

… reiht sich ein Käfig an den andern, so dass der Einzelgänger Nerz dauernd extremem Stress ausgesetzt ist.

… hat der Nerz kein Wasser zum Schwimmen zur Verfügung.

… werden die Tiere auf Drahtgeflecht gehalten, damit Kot und Urin durchfallen und ihr Pelz nicht verschmutzt wird. Um ihre wund gescheuerten Pfoten kümmert sich niemand.

… werden die Kothaufen unter den Käfigen höchstens zweimal im Jahr entfernt. Entsprechend schlimm ist der Gestank für die sensiblen Nasen der Pelztiere.

… müssen die Mütter ihre Kinder in den kahlen Drahtkäfigen zur Welt bringen und «aufziehen». Da die Tiere durch die Qualhaltung verhaltensgestört werden, verletzen oder töten sie oft ihre eigenen Jungen. Kannibalismus und stereotypes Verhalten sind an der Tagesordnung.

Verletzungen werden nicht behandelt.

… werden die Nerze durch Vergasen (Todesangst/Ersticken) und Genickbruch getötet.

… werden die Füchse durch einen Stromstoss (sehr schmerzhaft) umgebracht.

… gibt es allein in Skandinavien mehr als 11000 Zuchtfarmen. Auf einer Farm vegetieren bis zu 150000 Tiere dahin.

… werden Pelztiere in Fallen gefangen, in denen sie langsam und qualvoll zugrunde gehen oder dann aber vom Fallensteller erschlagen werden. Oft sterben in den Fallen auch Tiere, die der Fallensteller gar nicht brauchen kann, z.B. Vögel oder Haustiere!

… werden in Asien Hunde und Katzen für die Pelz- und Ledergewinnung in engen Käfigen gehalten wie in Europa die Nerze, Füchse usw.! Katzen werden mit Drahtschlingen erwürgt, ihr Todeskampf dauert bis zu 10 Minuten. Hunde werden erschlagen, entsprechend qualvoll ist ihr Tod. Oft lebendie Tiere noch, wenn sie gehäutet werden.

… müssen für nur einen Mantel bis zu 60 Nerze sterben (oder 30 Nutria, 20 Füchse, 200 Chinchillas, 20 Hunde oder 50 Katzen)!

… haben «Pelzjäger» kein Mitleid mit den wehrlosen Robbenbabys; sie töten sie in unfassbaren Mengen (325000 Tiere im Frühling 2006) auf brutalste Weise mit Knüppeln oder Spitzhaken – vor den Augen ihrer hilflosen, verzweifelten Mütter. Oft sind sie noch am Leben, wenn sie gehäutet werden! Nach dem Europaparlament hat in Brüssel der EU-Ministerrat im Mai 2009 ein Gesetz besiegelt, wonach der Handel mit Robbenprodukten ab 2010 EU-weit verboten ist. Die Verordnung soll dem Abschlachten von Robben mit Spitzhacken durch kommerzielle kanadische Jäger die Geschäftsgrundlage entziehen.

Falls du nicht auf Pelz verzichten möchtest, so kauf dir doch einen dieser modischen Webpelze, die es in vielen Farben und Ausführungen gibt, denn: Der Pelz gehört dem Tier, nicht dir!

… und Leder

– In Zuchtfarmen werden Krokodile, Schlangen und andere Tiere in Massen tierquälerisch gehalten; nur ihrer Haut wegen, die zu Leder verarbeitet wird.

– Wildtiere (Kängurus, Murmeltiere und viele andere) werden aus demselben Grund gejagt und getötet.

– Bei den Rindern, Schweinen, Ziegen usw., die ihres Fleisches wegen getötet werden, ist die Haut ein lukratives Nebenprodukt.

– Sehr viel Leder stammt von Rindern aus Indien. Dort werden die Tiere zu Fuß über große Distanzen ins Schlachthaus getrieben, wo sie völlig erschöpft ankommen und oft auf primitive Art getötet werden.

– Wegen Giftigkeit wird offiziell vor direktem Hautkontakt mit Leder gewarnt.

Sei dir bewusst: Leder ist nichts anderes als Pelz ohne Haare! Auch für Leder gibt es preiswerte und attraktive Alternativen.

Wie du den Pelztieren helfen kannst:

– Kaufe keine Produkte, für die Fell, Pelz oder Leder verarbeitet wurde!

– Denk daran, dass auch für kleine Bordüren oder Accessoires Tiere leiden und sterben müssen!

– Synthetische Webpelze sind eine gute und tierfreundliche Alternative!

– Informiere deine Eltern, Freunde und Bekannte über das Leiden der Pelztiere, dann können sie beim nächsten Einkauf auch mithelfen, Tierqual nicht zu unterstützen.

Ökologische Folgen von Pelztierfarmen

  • Pelztierfarmen stellen durch die anfallenden Fäkalien und die verwendeten Chemikalien und Medikamente eine ernsthafte Bedrohung der Natur und des Grundwassers dar (allein in Skandinavien gibt es mehr als 11000 Zuchtfarmen!)
  • Ein Pelzmantel wird durch die chemische Behandlung während der Produktion zu Sondermüll.
  • Bei der Lederherstellung werden die unterbezahlten Arbeiter, vor allem in Indien, gesundheitlich schwerstbelastet durch Chrom und andere Gifte und die Abwässer verschmutzen die Flüsse und das Grundwasser.

Ethisches Verhalten:

«Lieber nackt als Pelz tragen», lautete vor einigen Jahren die Devise. Was ist von ihr übrig geblieben? Wie schnell doch der Mensch vergisst und in seine alten Verhaltensmuster zurückfällt! Viele Leute tragen Pelz ohne nachzudenken; aus Prestigegründen oder einfach weil es Mode ist. Ethisches Verhalten muss täglich bewusst geübt werden.

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Zierfische und Speisefische

Wusstest du, dass …

… Fische im Niederfrequenzbereich (ohne spezielle Instrumente unhörbar für Menschen) Töne erzeugen können und sich so verständigen?

… sie klug sind und Werkzeuge benutzen können?

… sie über ein eindrucksvolles Langzeitgedächtnis verfügen?

… sie einzelne Schwarmmitglieder erkennen können?

… Fische in ausgeklügelten Sozialstrukturen leben?

… sie ihr hoch empfindliches Maul benutzen, um Dinge zu fühlen und aufzunehmen?

… Fische Gefühle haben und Angst empfinden können?

… Fische auch Sauerstoff brauchen, den sie aber mittels der Kiemen dem Wasser entziehen und nicht wie wir der Luft?

… die Meere in vielen Gebieten durch die industrielle Fischerei leer gefischt sind und somit das ökologische Gleichgewicht stark gestört und das Überleben der Fische gefährdet ist?

Das Tier hat ein fühlendes Herz wie du. Das Tier hat Freude und

Schmerz wie du. Das Tier hat einen Hang zum Streben wie du.

Das Tier hat ein Recht zu leben wie du.

Peter Rosegger (1843–1918), Schriftsteller

Und trotzdem …

… nehmen wir sie nicht als leidensfähige Mitgeschöpfe wahr, nur weil wir ihre Schreie nicht hören können.

… werden Fische in Zuchtfarmen so eng zusammengepfercht, dass sie sich gegenseitig mit ihren Schuppen verletzen und wund scheuern. Die Ausbreitung von Krankheiten (zu viele Tiere auf zu engem Raum) ist nur durch massiven Antibiotikaeinsatz zu verhindern.

… werden Fische in der Hochseefischerei aus grossen Tiefen herausgezogen. Dadurch erleiden sie eine überaus schmerzhafte Druckverminderung, die bewirkt, dass durch den enormen Innendruck ihre Schwimmblase zerreisst, ihre Augen aus den Höhlen treten und Speiseröhre und Magen aus ihrem Mund gepresst werden.

Fly Fishing for trout.

… werden bei der Hochseefischerei in den riesigen Schleppnetzen viele Tiere gefangen, auf die man es gar nicht abgesehen hat (sog. Beifang). Dabei ertrinken Tausende von Delphinen, Robben und Meeresschildkröten, da sie nicht an die Wasseroberfläche schwimmen und Luft atmen können.

… werden Fische nach dem Fang nicht getötet, sondern man lässt sie langsam und qualvoll ersticken. Andere werden lebend aufgeschnitten.

… wird den Störweibchen ihr Laich (Kaviar!) bei lebendigem Leibe aus dem Bauch gequetscht zum einzigen Zweck, dass Menschen diese Fischeier als Delikatesse verspeisen können.

… erleiden mit der Angel gefischte Fische extreme Schmerzen durch den Haken in ihrem sensiblen Maul.

… werden Zierfische in exotischen Gewässern gefangen, in Plastiksäcken nach Europa geflogen und hier als «Heimtiere» verkauft. Ein grosser Teil der Tiere überlebt diese Prozedur nicht.

… wird lebendigen Zierfischen künstliche Farbe «eingeimpft», um sie attraktiver zu machen.

… werden Fische als Zimmerschmuck in oft viel zu engen Aquarien gehalten und oft in der Kanalisation (WC) lebendig «entsorgt», wenn man ihrer überdrüssig geworden ist.

… fischt der Mensch Seen und Meere hoffnungslos aus (= er fängt viel zu viele Fische) und dann behauptet er, andere Tiere wie Kormorane, Wale, Robben, Eisbären usw. hätten die Meere «leer gefressen» und beginnt, diese Tiere brutal und zum Teil in grossen Mengen zu töten (du hast sicher schon vom Walfang und der Robbenjagd gehört). Im Gegensatz zum Menschen sind jedoch diese Tiere auf Fischnahrung angewiesen, um zu überleben.

… gelangen durch Unachtsamkeit des Menschen immer wieder Gülle vom Bauernhof oder giftige Industrieabwässer in Flüsse, Seen und Meere. Die Gifte finden sich als Rückstände in den Fischkörpern oder führen sogar zum Massensterben. Natürlich ist das Wasser dann auch für alle anderen Tiere (Enten, Vögel, Frösche, Wild usw.), für Pflanzen und nicht zuletzt auch für den Menschen selbst giftig. Die meisten Menschen trinken zwar nicht mehr direkt aus dem Bach, aber wäre es nicht schön, wenn wir dies bedenkenlos wieder tun könnten?

Wie du den Fischen helfen kannst:

– Thunfisch (Thon) sollte nicht konsumiert werden, da er meist mit Schleppnetzen gefangen wird, in denen sich auch viele andere Meeresbewohner verfangen.

– Früher galt Meerfisch als gesundheitsfördernd. Heute, da die Weltmeere fast leergefischt sind und immer mehr Fischfarmen entstehen (Massentierhaltung), kann von gesundem Fisch kaum mehr die Rede sein. Schwermetalle und Antibiotikarückstände in Fischen sind an der Tagesordnung.

– Statt zu angeln, gibt es viele andere Freizeitaktivitäten in der Natur!

– Solltest du Fan von exotischen Fischen sein, so informiere dich ganz genau über die Bedürfnisse dieser Tiere, bevor du sie kaufst, vor allem auch über die Grösse des Aquariums, das sie benötigen. Viel lustiger und kreativer wäre es, aus farbig schimmernden Folien selbst Fische zu basteln und sie als Mobile an deiner Zimmerdecke aufzuhängen. Beim geringsten Windstoß schwimmen deine Fische wundersam durch die Luft.

– Oder du verbringst mit deiner Familie Ferien in der Heimat der Zierfische. Beim Schnorcheln und Tauchen kannst du sie wunderbar beobachten und dich an ihnen erfreuen, ohne ihnen weh zu tun.

Ökologische Folgen der Fischerei und der Fischzuchtfarmen:

  • Der Wildfischbestand in den Meeren wird durch Überfischung sowie Umwelt und Wasser- verschmutzung immer kleiner.
  • In Fischzuchtfarmen werden Antibiotika und andere Chemikalien/Medikamente direkt mit dem Futter ins Wasser gegeben.
  • Fische aus im Meer befindlichen Zuchtfischfarmen übertragen Krankheiten auf ihre frei lebenden Artgenossen.
  • Um 1 kg Zuchtfisch zu produzieren, werden dem Meer 2 kg Fische als Futter entnommen.
  • Große Teile der Mangrovenschutzwälder, die früher an den Küsten standen und einen natürlichen Schutz gegen Hochwasser und Flutwellen bildeten, wurden zugunsten von Garnelenzuchten gerodet.
Fresh fish in a basket. Sea breams, pajel, white steenbras, sole in background.

Ethisches Verhalten:

Die Menschen denken zu viel an sich selbst. Dächten sie mehr ans Glücklichmachen ihrer Mitgeschöpfe, auch der Tiere, wären sie selber viel glücklicher und würden sich damit ethisch verhalten, statt ihrem Egoismus zu frönen.

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Haustiere

Wusstest du, dass…

  • … Zwergkaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas, Ratten, Vögel usw. unter Einsamkeit leiden, wenn sie einzeln gehalten werden, so dass sie krank und depressiv werden und frühzeitig sterben?
  • … du als «Tierhalter» auch bei viel Aufwand kein vollwertiger Ersatz für einen Artgenossen sein kannst?
  • … viele dieser «Heimtiere» unter sehr schlechten Bedingungen gezüchtet werden?
  • … die Jungen meist viel zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt werden, weil sie sich besser verkaufen lassen, wenn sie noch so klein und niedlich sind?
  • … die meisten Heimtiere auf einen Wechsel ihres Umfeldes und ihrer Bezugspersonen sehr empfindlich reagieren und Heimweh und Trauer empfinden?
  • … viele Heimtiere bei falscher Ernährung, Platzmangel und großer Langeweile dahinvegetieren?
  • … Vögel seelisch und körperlich leiden, verkümmern und sich oft selber die Federn ausrupfen, wenn sie ihr Leben lang nie fliegen können und unter Einsamkeit und Langeweile leiden?
  • … viele Vögel in Freiheit in großen Scharen leben?
  • … viele von ihnen ihrem Partner ein Leben lang treu sind?

Seid gut zu den Menschen, zu den Pflanzen und zu den Tieren!
Hetzt weder Menschen noch Tiere, noch fügt ihnen Leid zu.
Lao Tse (ca. 300 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Und trotzdem …

  • … informieren sich viele Menschen nicht oder zu wenig über die Bedürfnisse der Tiere, die sie kaufen, und können sie somit auch nicht annähernd befriedigend halten.
  • … kaufen die Menschen Jungtiere in Zoohandlungen und unterstützen damit die Methoden der «Züchter».
  • … darben viele Heimtiere völlig vernachlässigt vor sich hin und niemand sieht es.
  • … werden viele Heimtiere in Tierheimen abgegeben – wenn sie Glück haben – oder gar misshandelt und getötet, weil ihre Besitzer ihrer überdrüssig geworden sind.
  • … werden viele Heimtiere feig und verantwortungslos ausgesetzt, was ihren Tod bedeuten kann. Insbesondere exotische Tiere können in unserem Klima nicht überleben. Das vorsätzliche Aussetzen und Quälen von Tieren ist gesetzlich strafbar und wird mit Busse oder Gefängnis geahndet. Tierquäler sind anzuzeigen; jeder, der etwas in dieser Art beobachtet, ist moralisch verpflichtet, dies beim nächsten Polizeiposten zu melden.
  • … haben die wenigsten Vögel die Möglichkeit zu fliegen; sie werden in Käfige gesperrt, wo sie sich zu Tode langweilen und seelisch darben.
  • … werden Heimtiere beim Verkauf in der Tierhandlung und privat unter Umständen von ihrem Partner getrennt und leiden unter Trennungsschmerz.

Wie du den Haustieren helfen kannst:

  • Wieso ein Haustier in einer Zoohandlung kaufen, statt ein Tier aus dem Tierheim zu befreien und ihm ein schönes Zuhause zu bieten? Das Tier bleibt dir sein Leben lang dankbar dafür!
  • Bevor du aber ein Tier anschaffst, überlege dir gut, ob du über genügend Platz, Geld, Zeit und Ausdauer verfügst.
  • Exotische Tiere können mit dem besten Willen nicht artgerecht gehalten werden, daher solltest du dir auch nie welche anschaffen.

Ethisches Verhalten:

Durch weniger egoistisches Verhalten und mehr Verantwortungs- und Mitgefühl könnte viel Tierelend verhütet werden!

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Kaninchen

Wusstest du, dass …

… ausgewachsene Kaninchen zwischen 1 und 8 kg schwer werden können?

… sie gerne gesellig leben, einen sanften Charakter haben und jedes eine individuelle Persönlichkeit hat?

… Kaninchen gerne graben, springen, rennen und Luftsprünge machen?

… sie dämmerungsaktiv sind, d.h. in der Morgen- und Abenddämmerung am aktivsten sind und tagsüber gerne an der Sonne (im Sommer im Schatten) ruhen?

… ausgewachsene, nicht kastrierte Rammler (Männchen) besser nicht zusammen gehalten werden sollten, da sie Rangkämpfe austragen und sich dabei verletzen können.

… sie instinktiv Deckung suchen, also stets einen geschützten, trockenen Rückzugsort und im Freilaufgehege Büsche oder andere Verstecke brauchen?

… Kaninchen Angst haben, wenn sie hochgehoben und herumgetragen werden?

… Kaninchen ein extrem empfindliches Atem- und Verdauungssystem haben?

… sie Nager sind und ihre Zähne ein Leben lang wachsen?

… ihre Hauptnahrung deswegen aus Heu, Gras, Obstbaumzweigen und nur wenig Gemüse und Körnern bestehen sollte?

… sie stets Zugang zu frischem Wasser brauchen?

… die Kaninchenmütter ihre Jungen nach 31 Tagen Schwangerschaft in ein Nest gebären, das sie aus Heu und Stroh gebaut haben und mit Haaren auspolstern? Wenn möglich graben sie dazu eine Höhle in die Erde.

… die Kaninchenkinder nackt, blind und taub auf die Welt kommen und erst nach 2–3 Wochen anfangen, das Nest zu verlassen?

… die Mutter zwar mehrmals täglich, jeweils jedoch nur für einige Minuten zum Säugen bei den Jungen ist?

… Kaninchen 10–12 Jahre alt werden können?

Und trotzdem …

… werden viele Kaninchen artwidrig in Einzelhaft in Kastenställe gesperrt, wo sie nicht einmal einen einzigen Hoppelsprung machen können, geschweige denn all ihre anderen Bedürfnisse ausleben dürfen.

… haben sie in den Kastenständen meist keine Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten und erschrecken oft extrem, wenn jemand plötzlich an den Stall tritt

… werden sie aus Unwissenheit als Heimtiere oft falsch gefüttert, sodass ihre Zähne zu lang werden und sie nicht mehr richtig fressen können oder unter Verdauungsproblemen leiden.

… werden Kaninchen aus Unwissenheit als Heimtiere oft in zu kleinen Käfigen ohne Gesellschaft gehalten und dauernd von ihren kleinen Besitzern herumgeschleppt. Kaninchen sind keine Kuscheltiere.

… muss die Kaninchenmutter sich von ihren Kindern im engen Stall bedrängen lassen, ohne dass sie ausweichen kann.

… werden Mastkaninchen mit 4–6 Monaten getötet.

… werden Angorakaninchen zum Scheren oder Rupfen ihres Felles auf ein Brett geschnallt, was ihnen Angst und Schmerzen verursacht.

Lege einen Apfel und ein Kaninchen zu einem kleinen Kind in sein Laufgitter. Wenn das Kind das Kaninchen isst und mit dem Apfel spielt, dann kaufe ich dir ein neues Auto!

Harvey Diamond

Wie du den Kaninchen helfen kannst:

– Melde jede tierquälerische Haltung, von der du erfährst, dem Veterinäramt oder der Polizei!

– Überlege dir gut, ob du Zeit, Platz und Möglichkeiten hast, Kaninchen artgerecht in einem Freigehege zu halten, bevor du dich zu einem Kauf entschließt.

– Versuche Kaninchenhalter, die ihre Tiere in Kästen sperren, von einer Freilandhaltung zu überzeugen! Biete deine Hilfe beim Erstellen des Geheges an!

– Dass du kein Kaninchenfleisch essen willst, versteht sich von selbst. Du wirst wohl kaum deine Freunde essen wollen, oder? Wenn du trotzdem Kaninchenfleisch essen willst, dann achte darauf, dass es aus Freilandhaltung stammt!

– Verzichte auf den Kauf von Angorawolle!

Ethisches Verhalten:

Wirkliche Tierliebe kennt nur ein Bestreben: das Tier nach seinen natürlichen und ureigenen Gesetzen sein Leben leben zu lassen.

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Gänse und Enten

Wusstest du, dass…

  • … Gänse und Enten in Gruppen leben und ein ausgeprägtes Sozialleben führen?
  • … ihre Vorfahren, die Wildgänse, Zugvögel sind, die weite Distanzen in der typischen
  • Keilformation fliegen?
  • … sie ausgesprochene Wassertiere sind, die zur Futtersuche im Wasser «gründeln», aber auch auf Wiesen regelrecht weiden?
  • … das Gefieder der Gössel (Gänse- und Entenkinder) Wasser abstossend wird, indem sich die Kleinen am eingefetteten Gefieder ihrer Mutter reiben?
  • … die Gänse- und Entenmütter ihre Kinder zusammen mit dem Vater aufziehen, sie also zu zweit behüten und führen?
  • … Gänse und Enten ein Leben lang mit ihrem Partner zusammenbleiben und tief trauern und oft auch sterben, wenn ihr Partner stirbt?   

Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur die Menschenfresserei,

sondern jeder Fleischgenuss als Kannibalismus gilt.

Wilhelm Busch (1828–1910), deutscher Dichter, Zeichner und Maler

Und trotzdem …

  • … werden Gänse und Enten (wie auch Hühner, Puten usw.) in Tierfabriken gehalten, in denen sie weder Wasser zum Schwimmen noch ausreichend Platz haben, um ein artgerechtes Leben zu führen.
  • … gibt es Länder, in denen sie 2–3 Mal in ihrem kurzen Leben von Hand oder maschinell gerupft werden, damit man Daunen gewinnen kann für das Füllen von Bettwaren oder Jacken. Das tut etwa genau gleich weh, als würde man dir die Haare ausreißen! Dabei werden sie oft schwer verletzt und die aufgerissene Haut muss zusammengenäht werden. Diese Prozedur ist für die Tiere mit sehr viel Angst, Stress und Schmerzen verbunden.
  • … wird in Frankreich, Belgien und Ungarn Gänseleberpastete hergestellt, die als Delikatesse gilt. Dazu wird den Gänsen mehrmals täglich durch ein in den Schlund gestoßenes Rohr eine große Menge gesalzener Mais in den Magen gepresst. Die durstigen Tiere erhalten nur ganz wenig Wasser. Diese qualvolle Prozedur lässt die Leber so anschwellen und verfetten, dass die Tiere unter Atemnot und Kreislaufproblemen leiden. Viele Tiere sterben denn auch vor dem Schlachten an Bauchfellent-zündung, geplatzten Kröpfen usw.
  • … Obwohl in der Schweiz keine Gänse gestopft werden dürfen, ist importierte Gänseleberpastete(«Foie gras») bei uns erhältlich und wird leider immer noch gekauft und gegessen.

Informiere deine Eltern, Freunde und Bekannten über die schreckliche Ausbeutung der Gänse und Enten. Die meisten Menschen haben keine Ahnung, mit welchen Qualen eine einzige Daunenjacke oder Daunendecke verbunden ist!

Wie du den Gänsen und Enten helfen kannst:

– Wenn du beim Kauf einer Ski- oder Winterjacke darauf achtest, dass sie nicht mit Daunen gefüttert ist, müssen keine Gänse für dich leiden! Es gibt viel bessere, leichtere und wärmere synthetische Füllstoffe, die erst noch waschbar sind.

– Das Gleiche gilt für Bettdecken und Kissen. Moderne Füllstoffe sind hygienischer, angenehmer, und besonders für Allergiker gesünder.

– Der Verzicht auf Gänse- und Entenbraten sowie «Foie gras» fällt dir mit diesen Informationen wohl nicht schwer.

Ethisches Verhalten:

Hat die